10.03.2017

MEINUNG | Einsatz für Weltgesundheit ist nicht nur ein Gebot der Menschlichkeit, sondern pure Pragmatik!

Der Höhepunkt meiner Bundestagswoche war die Auszeichnung mit dem Memento Politikpreis 2017, zu der mich mein gesamtes Berliner Team, meine Frau und mein Vater begleiteten. Der politische Einsatz für die Gesundheit der Menschen weltweit ist mir seit meinem Einzug in den Bundestag ein besonderes Anliegen: Hier liegt der Schlüssel für eine bessere und gerechte Welt, die wir unseren Kindern schließlich alle hinterlassen wollen. 

Die Beispiele aus den Laudationen auf die Preisträger der Kategorien Wissenschaft, Politik und Journalismus machten wieder einmal deutlich, wie nahe Hoffnung und Verzweiflung hier beiander liegen. Der Fall des Medinawurms ist etwa beides: 1986 erkrankten weltweit noch 3,5 Millionen Menschen an dem parasitären Fadenwurm, der sich unter starken Schmerzen durch den gesamten Körper frisst und mit verunreinigtem Trinkwasser aufgenommen wird. Die WHO beschloss die Wurmerkrankung nach den Pocken als zweites bis 2009 auszurotten. Tatsächlich gab es im Jahr 2015 gerade einmal noch 22 dokumentierte Fälle. Dennoch: Der Wurm nutzt nun auch zunehmend Hunde und kann aufgrund der schlechten Trinkwasserlage in vielen betroffenen Ländern wieder rasch um sich greifen, wenn die Hilfe ausbleibt. Hier gilt es seitens der Weltgemeinschaft dran zu bleiben, um den Medinawurm endlich auszurotten!

Ein anderes Beispiel war der Ebolafieber-Ausbruch von 2014, der insgesamt rund 11.000 Todesopfer forderte und das mit beispielloser Medienaufmerksamkeit sowie Mitteleinsatz zurückgedrängt werden konnte. Unbekannter ist hingegen, dass an der Malaria jeden Monat dreimal so viele Menschen sterben - ein großer Teil der Opfer sind die besonders gefährdete Kleinkinder. Wir müssen hier und auch bei anderen Krankheiten weg von der Eindämmung und hin zur Ursachenbekämpfung. Die Mittel dazu liefert uns nur die Forschung, die leider oftmals für private Unternehmen betriebswirtschaftlich unattraktiv ist. Um dieses Marktversagen zu korrigieren, brauchen wir jedoch gesellschaftliches Verständnis, politische Unterstützung und dadurch Mittel für die Forschung und Versorgung!

Dieser Einsatz ist nicht nur ein Gebot der Menschlichkeit, sondern es wird angesichts einer immer stärker zusammenwachsenden Welt zur puren Pragmatik: Krankheitserreger machen an keiner Landesgrenze Halt.