30.09.2016

PRESSEMITTEILUNG | „Notlage jesidischer Flüchtlinge in Griechenland beenden!“ - Albani und Zentralrat der Yeziden bitten Volker Kauder um Hilfe!

Berlin – Nach ihrer Flucht vor dem Völkermord des „Islamischen Staat“ im Nordirak, sitzen rund 4.000 Jesiden und etwa 1.000 irakische Christen in griechischen Flüchtlingslagern fest. Die Versorgung und Unterbringung vor Ort sei katastrophal, berichtet der in Oldenburg ansässige Zentralrat der Yeziden. Ebenso schwer wiegt jedoch die Gewalt gegen religiöse Minderheiten in den Lagern durch radikalisierte Muslime.

Der Bundestagsabgeordnete Stephan Albani fordert daher ein schnelles Eingreifen der europäischen Staatengemeinschaft: „Diese Menschen mussten aufgrund ihres Glaubens aus der Heimat fliehen und sind selbst in den Flüchtlingslagern vor religiösen Übergriffen nicht ausreichend geschützt. Deshalb müssen religiös Verfolgte im Rahmen der europäischen Umsiedlungsverpflichtungen so schnell wie möglich aus den Lagern gebracht werden!“ Albani bezieht sich dabei auf die 17.000 Flüchtlinge, deren Übernahme die Bundesrepublik der EU bereits zugesagt hat. Die Zeit drängt: Zuletzt flohen rund 400 Jesiden im August aus ihrem Lager, weil sie Gewalt und Morddrohungen ausgesetzt waren. Unter Polizeischutz campierten die Familien auf einer griechischen Straße. Für den Abgeordneten Albani ist dieser ungeheuerliche Fall schwer erträglich.

Deshalb richtete er gemeinsam mit dem Zentralrat der Yeziden einen schriftlichen Appell an Volker Kauder, den Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Dieser trete weltweit für Religionsfreiheit ein und habe auf diesem Gebiet parlamentarische Pionierarbeit geleistet. Daher meint der Zentralratsvorsitzende Telim Tolan: „Herr Kauder kennt die Problematik wie kein anderer. Wir hoffen, dass er uns hier auf europäischer Ebene unterstützen kann!“ Tolan weiß, dass Integration und die Verarbeitung von Traumata leichter fallen, wenn es bereits eine jesidische Gemeinschaft im Aufnahmeland gibt. Bislang werde dies aber seitens der EU bei der Umsiedlung nicht bedacht. Ein deutlicher Vorteil aus deutscher Sicht: Die Asylaussichten sind bei Angehörigen religiöser Minderheiten außerordentlich hoch und in vielen Fällen leben bereits Verwandte in Deutschland. Auch die Integrationsbereitschaft sei bei Jesiden und Christen traditionell hoch.

Volker Kauder ist dem Oldenburger Yezidenrat gut bekannt: 2014 organisierte er zusammen mit Stephan Albani einen Runden Tisch für die Jesiden im Irak und sorgte für schnelle Hilfe von deutscher Seite.