15.01.2016

PRESSEMITTEILUNG | Albani erhält internationales Mandat im Kampf gegen Tuberkulose

Bundestagsabgeordneter Stephan Albani zum neuen Europa-Koordinator des „Global TB Caucus“ ernannt

Berlin/London - Auch mehr als 130 Jahre nach ihrer Entdeckung ist Tuberkulose weiterhin die weltweit tödlichste Infektionskrankheit. Grund dafür sind fehlende Impfstoffe sowie Heilmittel. Dies nahmen Politiker aus über hundert Nationen 2014 zum Anlass, den politischen Kampf gegen die „weiße Pest“ in Form des „Global TB Caucus“ zu institutionalisieren und damit global zu koordinieren. Der Weltausschuss mit Sitz in London wird seitdem vom britischen Parlamentarier Nick Herbert und dem südafrikanischen Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi geleitet. Der Bundestagsabgeordnete Stephan Albani wurde am heutigen Freitag damit beauftragt, einen europäischen Unterausschuss zu gründen. Dieser „European TB Caucus“ wird innerhalb Europas weitere Forschungsgelder und politische Unterstützung für die Tuberkulosebekämpfung einholen.

Die Wahl fiel nicht von ungefähr auf den Abgeordneten aus dem Nordwesten: In seiner Funktion als Mitglied des Bildungs- und Forschungsausschuss hatte sich Herr Albani für eine stärkere Förderung der Erforschung vernachlässigter Krankheiten eingesetzt. Und das mit Erfolg: Die entsprechenden Fördermittel konnten mehr als verdoppelt werden und stiegen im jüngsten Bundeshaushalt von 20 Millionen Euro auf insgesamt 50 Millionen Euro! Abseits der nationalen Bemühungen weiß der Abgeordnete, dass sich die Tuberkulose nur mittels internationaler Kooperation besiegen lässt. Daher vertrat er im November 2015 die Bundesrepublik beim „Global TB Summit“ im südafrikanischen Kapstadt, dem wichtigsten Tuberkulose-Gipfel seit hundert Jahren. Ein wichtiges Thema war dort auch die globale Flüchtlingssituation: Denn neben Hunger und Krieg ist Krankheit die wichtigste Fluchtursache. Zudem verbreiten sich mit den flüchtenden Menschen auch Krankheiten in Transit- und Zielländer. Etwa ein Drittel der Menschheit gilt als Träger der Tuberkulose.

Stephan Albani:

„Tuberkulose ist kein Problem einzelner Länder, sondern geht uns alle an! Auch in Deutschland können wir eine Zunahme der Fälle feststellen. Besonders gefährlich ist die Verbreitung antibiotikaresistenter TB-Erreger in Europa und der Welt: Eine halbe Million neuer Fälle gab es laut WHO in 2014! Hier versagen auch modernste Behandlungsmethoden. Ich will den Menschen klarmachen, dass Tuberkulose keine Naturkatastrophe ist, der wir wehrlos gegenüberstehen. Mit einem Impfstoff und neuen Medikamenten kann die Trendumkehr gelingen! Dafür fehlt es jedoch an Forschungsmitteln. Deshalb müssen insbesondere die europäischen Staaten ihre Unterstützung ausbauen!“

 

160129 Tuberkulosebekaempfung Matt Oliver Global TB Caucus Berlin

„Global TB Caucus“-Generalsekretär Matt Oliver überreicht Stephan Albani MdB die Ernennungsurkunde im Berliner Bundestagsbüro

Bild: © Alexander Mundt

 

Anlage zur Pressemitteilung

 

Hintergrund

„Global TB Caucus“

  • Der „Global TB Caucus“ ist ein Zusammenschluss von derzeit 623 Politikern weltweit aus 99 Ländern, der vom südafrikanischen Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi und dem britischen Abgeordneten Nick Herbert geleitet wird
  • Das Leitmotiv dieses internationalen Gremiums ist die Koordinierung eines globalen Kampfes gegen die weltweit verbreitete Krankheit Tuberkulose („TB is a global disease. lt requires a global response.“)
  • Gründungsdokument des „Global TB Caucus“ ist die „Barcelona Declaration“ (http://www.globaltbcaucus.org/#!barcelona-declaration/fc317), die bereits von über 1.000 politischen Repräsentanten unterzeichnet wurde
  • Unterstützt wird der globale Ausschuss durch die „International Union against TB and Lung Disease“, den “Global Fund to Fight HIV/AIDS, TB and malaria“, die „Stop TB Partnership“ und „The ACTION Partnership“

 

Tuberkulose

  • Die einst auch in Europa sehr weitverbreitete „Weiße Pest“ ist weltweit wieder auf dem Vormarsch – umgerechnet stirbt alle 15 Sekunden ein Mensch an der Tuberkulose
  • Insgesamt starben 2014 schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen an der bakteriellen Infektionskrankheit, wodurch Tuberkulose den bisherigen unrühmlichen Spitzenreiter HIV/Aids als weltweit tödlichste Infektionskrankheit ablöste
  • Von der Krankheit betroffen sind jedoch nicht nur die ärmsten Regionen der Erde: Auch in Europa nehmen die Fallzahlen seit einigen Jahren wieder deutlich zu
  • Besonders gefährlich ist die zunehmende feststellbare Resistenz der Tuberkulose-Erreger gegen einen oder mehrere Antibiotika-Wirkstoffe, die auch in hochentwickelten Gesundheitssystemen nur sehr eingeschränkt bis überhaupt nicht therapierbar ist
  • Die Bekämpfung der Tuberkulose ist in allererster Linie eine Frage finanzieller Forschungsförderung, denn noch immer gibt es keinen marktreifen Impfstoff und nur stark veraltete Therapiemittel, die zudem bei vorliegender HIV-Erkrankung nicht angewendet werden können
  • Laut WHO fehlten im Jahr 2015 rund 1,4 Milliarden US-Dollar zur effektiven Bekämpfung der Krankheit