22.05.2015

PRESSEMITTEILUNG | Albani setzt sich für mehr Forschung bei vernachlässigten Krankheiten ein!

Westerstede/Oldenburg - Am gestrigen Donnerstagabend nahm der Deutsche Bundestag einen Antrag zur Fortführung und Ausbau der Forschungsförderung bei vernachlässigten Erkrankungen an. Der Bundestagsabgeordnete Stephan Albani wirkte als Antragsurheber an diesem parlamentarischen Erfolg mit: „Weltweit leiden Milliarden Menschen unter Krankheiten wie HIV/Aids, Malaria, Tuberkulose und Tropenkrankheiten. Millionen sterben, weil es keine oder kaum Impf- und Heilmittel gibt. Als einer der Top-Innovationsstandorte weltweit hat Deutschland hier eine besondere Verantwortung!“

Das Thema ist auch für die Gesundheit hierzulande von Bedeutung: In der zunehmend globalisierten Welt erleben einige überwunden geglaubte Krankheiten ein erschreckendes Comeback. Zunehmend sind die Erreger gegen einen oder mehrere Antibiotika-Wirkstoffe resistent und damit besonders gefährlich. Davor warnt auch Dr. Michael Wuttke, Hauptgeschäftsführer der Ammerland-Klinik in Westerstede und Intensivmediziner: „Ein Großteil der Patienten, die unsere Notaufnahme aufsuchen und insbesondere aus Regionen kommen, wo Antibiotika in großem Umfang ungezielt eingesetzt werden, sind mit resistenten Keimen besiedelt. Dies wird jedoch vor der eigentlichen Aufnahme im sogenannten Screening genauestens geprüft. Solche Patienten müssen wir von anderen isolieren und, wenn möglich, gezielt gegen die Besiedlung behandeln.“

Auch Dr. Jörg Herrmann, Direktor des Institut für Krankenhaushygiene Oldenburg, ist alarmiert: „Im klinischen Alltag sehen wir uns seit Jahren sehr häufig mit multiresistenten Bakterien konfrontiert. Große Sorge bereiten auch die Flüchtlingsströme aus Ländern, in denen zum Teil gegen alle bekannten Antibiotika resistente Erreger gehäuft vorkommen. Aber auch aus dem europäischen Raum droht Gefahr: So verursachte der Rücktransport eines Deutschen aus einem türkischen Krankenhaus einen Ausbruch mit hochresistente Bakterien der Spezies ‚Acinetobacter baumannii‘ in Kiel. Diese lassen sich sehr schnell von einem Patienten auf den anderen übertragen.“

Einschätzungen aus der medizinischen Praxis, die auch Stephan Albani teilt: „Wir müssen verstehen, dass die Ansteckungsgefahr nicht mehr an der Landesgrenze endet! Die Weltgesundheit ist unser kollektives Gut: Wenn sie sich verschlechtert, betrifft das jeden. So wie beim Klima müssen international alle an einem Strang ziehen. Ich begrüße es daher sehr, dass die Bundesregierung die Themen Weltgesundheit und Antibiotikaresistenz auf die Agenda des deutschen G7-Gipfels gesetzt hat.“